Hier wird alles rund um den Podcast erklärt. Zum einen, was ein Podcast ist, welchen Vorteil ein Podcast gegenüber dem „normalen“ mp3 Download bietet, aber auch sämtliche technischen Details vom Erstellen der passenden Audiodatei, bis hin zur Veröffentlichung auf iTunes.

Der Podcast allgemein

Ein Podcast ist eine Serie von Audio- oder Videodateien, die man meist abonnieren kann. Das Wort setzt sich zusammen aus der englischen Rundfunkbezeichnung Broadcast und dem iPod von Apple, einem tragbaren mp3 Player. Eine aufgenommene Sonntagspredigt, die ja regelmäßig stattfindet, kann man quasi als Podcast verstehen. Einmal in der Woche gibt es eine neue Folge. Abonnieren kann man hier aber eigentlich nichts. Man muss also manuell nach neuen Folgen schauen.

Wie hört man einen Podcast

In der Regel kann man einen Podcasts über den Computer oder das Smartphone abonnieren. Dazu ist nur eine Internetverbindung und ein sogenannter Feedreader oder Podcatcher nötig. Das sind bspw. Apps in denen man einen Podcast aufrufen kann. Prominente Beispiele sind AntennaPod für Android oder iTunes von Apple.

Wieso ein Podcast

Ein Podcast bietet sich aus zwei Gründen an:

  1. Jeder Nutzer, der den Podcast abonniert hat, bekommt die neue „Folge“ automatisch auf sein Smartphone ohne überhaupt etwas machen zu müssen. D.h. man muss weder daran denken sich die neuste mp3-Datei selbst herunterzuladen noch kann man *vergessen*, dass es eine neue Folge geben sollte. So sind die Nutzer immer auf dem neusten Stand und werden auch regelmäßig daran erinnert, dass „es da ja was zu hören gibt“.
  2. Anders als eine mp3 Datei ist ein Podcast einfacher für Leute auf der ganzen Welt zu finden. Unter entsprechenden Schlagworten lassen sich Podcasts in AntennaPod oder iTunes suchen. So erreichen wir auch Menschen, die sonst nie auf unsere Homepage aufmerksam geworden wären.

Die Technik hinter dem Podcast

Um einen Podcast verfügbar zu machen, gibt es je nach gewünschtem Effekt drei bis vier verschiedene Baustellen.

  1. Die Audiodatei an sich. Sie sollte im mp3 Format vorliegen und mit einem Intro und Outro versehen werden, damit Hörer begrüßt und verabschiedet werden und nicht einfach so mitten ins Geschehen geworfen werden. An die Audiodatei selbst werden bspw. von iTunes gewisse Anforderungen gestellt.
  2. Ein Cover, sprich ein kleines Bild was später zum Podcast angezeigt wird. Auch hierfür gibt es entsprechende Vorgaben.
  3. Ein RSS-Feed (bzw. eine XML-Datei) und die Möglichkeit diese zur Verfügung zu stellen. Dieser Feed bzw. diese Datei sorgen dafür, dass alle Abonnenten automatisch die neueste Folge erhalten und vorangegangene Folgen korrekt sortiert werden. Außerdem werden hier auch Autor und Titel sowie weitere Metadaten bereitgestellt.
  4. Möchte man sich nicht wirklich selbst um die Verteilung kümmern, sollte man einen Account bei Apple anlegen. Erfüllt die erstellte XML-Datei alle Vorgaben von Apple kann man dort seinen Podcast eintragen und ihn so für die Nutzer komfortabel bereitstellen.

Wie wird die Audiodatei erstellt

Unser Gottesdienst wird aktuell aufgezeichnet und steht schon (teilweise geschnitten) als mp3-Datei bereit. Um ein schönes Intro und Outro zu bekommen, haben wir die Glocke unserer Kirche aufgenommen und uns einen kleinen Text fürs Intro und Outro überlegt. Sowohl das Intro, als auch das Outro wurden bereits in Audacity aufbereitet, sodass nun der eingesprochene Text mit dem Klang der Glocken unterlegt ist.

Eine Aufnahme mit Intro und Outro versehen

Um eine Aufnahme des Gottedienstes mit einem Intro und Outro zu versehen, gibt es bei uns eine Datei, die die Audiospuren des Intros enthält. Diese sieht bei uns so aus:

Die Vorlage, geöffnet in Audacity.

Es wurden bereits drei sogenannte „Spuren“ eingefügt. Die oberste Spur trägt den Namen „Intro“. Darunter befindet sich die Spur „Outro“. Ganz zu unterst liegt die Spur „NurGlocken“. Da alle Aufnahmen Stereoaufnahmen sind, besteht jede Spur wiederum aus zwei Kanälen (für links und rechts). Die einzelnen Spuren sind im Bild rot markiert.

Bedienelemente.

Über die linken fünf Icons kann man sich, wie gewohnt, die eingefügte Datei anhören, pausieren, stoppen oder vor- und zurück spulen.

Im rechten Bereich befinden sich die Elemente mit denen man die einzelnen Audiospuren editieren kann. Dabei sind zwei besonders wichtig:

Wichtig Editierfunktionen

Das linke Element dient dem Markieren einzelner Teile einer Audiospur. Damit kann die Audiospur anschließend zugeschnitten werden (um beispielsweise Störgeräusche am Anfang und Ende der Aufnahme zu entfernen).
Das linke, markierte Element dient dazu einzelne Audiospuren zu verschieben. Das kann bspw. dazu verwendet werden später die Aufnahme des Gottesdienste so zu positionieren, dass das Intro und Outro „schön“ in die Aufnahme übergehen. Um das später gut hinzubekommen muss man die Audiospuren im Detail sehen. Dazu kann man mit STRG und + rein- und mit STRG und heraus zoomen.

Man kann nun per „Drag-and-Drop“ (einfaches Ziehen mit der Maus) eine neue Audiospur aus einer mp3 Datei hinzufügen. Dazu einfach die mp3 Datei markieren und in das Audacityfenster ziehen. Nach einer kurzen Ladezeit ist das mp3 eingefügt.

Neue Spur einfügen

Hört man sich nun alles über das Drücken des Play Buttons an, so überlagern sich das Intro und der Beginn der Predigt, außerdem ist das Outro mitten in der Predigt zu hören.Diese Überschneidung kann man auch in Audacity erkennen:

Überschneidungen der Audiospur

Wir verschieben nun zuerst die Predigt etwas weiter nach hinten, um dann zuerst das Intro und dann die Predigt wieder zugeben. Um das besser abzustimmen zoomen wir etwas hinein, sodass wir die einzelnen Spuren besser erkennen können.
Dann wählen wir das Verschiebewerkzeug aus und verschieben die Predigt so, dass beide gut ineinander übergehen. Dazu empfiehlt es sich den Abschnitt mehrfach anzuhören und ein bisschen auszutesten.

Verschieben der Audiospur

Der Beginn der Predigt und das Intro sind nun korrekt getrennt. Allerdings überlappen sich das Outro und die Predigt weiterhin. Das sieht man gut, wenn man aus dem Geschehen wieder herauszoomt:

Überschneidung im Outro

Um das zu korrigieren muss nun das Outro ans Ende der Predigt verschoben werden. Dazu scrollen wir etwas nach oben, um die Spuren „Outro“, „NurGlocken“ und teilweise die Spur der Predigt zu sehen. Nun drücken wir STRG und A um alle Spuren zu markieren. Wechseln dann auf das Ausschneidetool und markieren in der Spur Outro mit gedrückter Maustaste den Bereich von Beginn bis Ende.

Verschieben des Outros

Da das Outro jedoch auch mit Glocken untermalt ist und aktuell nur die „Outro“ Spur (nicht jedoch die „NurGlocken“ markiert ist – erkennbar an der blauen Hinterlegung der Spur links) mit gedrückter STRG-Taste per Klick auf die „NurGlocken“ Spur auch diese hinzufügen.

Beide Kanäle auswählen

Nun kann, wie vorher, auf das Verschiebewerkzeug gewechselt werden und den markierten Bereich der beiden Spuren ans Ende der Predigt verschieben. Am sinnvollsten auch hier wieder herein zoomen und durch Probehören austesten, wo das Outro am Besten beginnt.

Outro korrekt verschoben

Ist nun die Outrospur korrekt platziert, kann alles nochmal abschließen probegehört werden. Am sinnvollsten ist es auch jetzt zu überprüfen ob die Übergänge stimmig sind und ob die Laustärke des Intros/Outros und die der Predigt zusammen passen.

Lautstärke anpassen

Sollten die Laustärken nicht passen, sollte abschließend nur die Lautstärke der Predigt bearbeitet werden, da die anderen Spuren bereits in ihrer Lautstärke verändert wurden. Es sollte jedoch darauf verzichtet werden die Lautstärke der Spur zu erhöhen, da dann immer auch die Störgeräusche zunehmen.

Für das Verändern der Lautstärke kann das Hüllkurvenwerkzeug verwendet werden. Damit kann die Lautstärkenkurve nach unten gezogen werden, also die gesamte Spur leiser gestellt werden. Das Lautstärkenverhältnis einzelner Passagen zueinander bleibt davon unberührt.

Die Lautstärke anpassen

Störgeräusche zu Beginn oder Ende der Predigtaufnahme entfernen

Sollte es zu Beginn oder Ende der Predigt Teile geben, die als Störgeräusche wahrgenommen werden könnten, kann dieser Bereich vor Beginn der Editierung gelöscht werden. Dazu muss das Werkzeug zum Markieren gewählt werden und der Bereich, der entfernt werden soll ausgewählt werden.

Durch Drücken von STRG und X lässt sich das Teilstück nun ausschneiden. Um sicher zu gehen, dass der korrekte Teil der Spur ausgewählt wurde, kann vor dem Auswählen STRG und A gedrückt werden.
Sollte ein falscher Teil entfernt worden sein, kann man dies über STRG und Z rückgängig machen.

Entfernen einzelner Bereiche

Wenn die Bearbeitung abgeschlossen ist, dann das Projekt als NEUE Audacityprojektdatei abspeichern. So kann später, falls nötig, einfach etwas abgeändert werden ohne den gesamten Editierungsprozess zu wiederholen.

Die Aufnahme exportieren

Das Abspeichern der Projektdatei wie oben beschrieben liefert noch keine fertige Audiodatei sondern dient lediglich dazu die Editierung abzuspeichern und ggf. für andere zur Verfügung zu stellen.

Um nun eine fertige mp3 Datei zu erhalten muss über „Datei -> Exportieren ->Als MP3 exportieren“ gewählt werden. Da die Datei später hochgeladen werden muss, darf die Enddatei später nicht zu groß werden, iTunes bspw. macht dafür Vorgaben. Wir wählen die Bitrate als konstant (CBR) und die Qualität sollte auf 96kbs gestellt werden. Wichtig ist auch, das der Kanalmodus auf „Stereo“ gestellt ist. Dann unter dem gewünschten Namen abspeichern.

Export der Audiodatei

Weiter geht es mit der Erstellung eines Covers in Teil 2.