Den klassischen Schaukasten vor dem Gemeindehaus oder oder Kirche kennt wohl jeder. Hier gibt es aktuelle Informationen rund um Veranstaltungen und Termine der Kirchengemeinde. Oft sind hier Flyer und Plakate zu finden, ganz klassisch auf Papier. Ein digitaler Schaukasten soll diesen analogen Präsentationsmodus in das digitale Zeitalter führen.

Die einzelnen Seiten in einem klassischen Schaukasten werden dabei zu einzelnen digitalen Seiten, die man auf einem Bildschirm betrachten kann. Wie die einzelnen Seiten dabei aussehen, kann jeder selbst festlegen. Einige Beispiele, die man direkt befüllen kann, findet man hier oder auch bei neumedier.de von dem ich diese Idee aufgenommen und angepasst habe.

Material

Um einen digitalen Schaukasten aufzubauen, braucht man je nach Anspruch und Umfang die folgenden Materialien:

Notwendige Materialien:

  • Einen Bildschirm, das senkrecht aufgehangen werden kann (in unserem Beispiel mit FullHD Auflösung).
  • Ein Zuspielgerät, das dafür sorgt, dass unsere Seiten auf dem Bildschirm erscheinen (in unserem Beispiel ein RaspberryPi3 B+ mit Raspian und Stromversorgung).
  • Ein Kabel passender Länge, um das Zuspielgerät mit dem Bildschirm zu verbinden (in unserem Beispiel ein HDMI-Kabel).
  • Maus und Tastatur um alles einzurichten.
  • Zum Einrichten wir deine Internetverbindung benötigt.

Optionale Materialien (vereinfachen die Einrichtung):

  • Einen eigenen „Webspace“/Homepage auf der ihr neue Seite erstellen könnt -die Seiten für euren Schaukasten.
  • Zusätzlich dazu dann Internet an dem Ort, an dem euer Zuspielgerät steht.
  • Zum Anpassen und Erstellen einer Seite einen Texteditor (bspw. Notepad++)

Für technisch nicht so versierte Benutzer, oder alle, die nicht sehr viel Zeit investieren möchten, bietet sich das optionale Zubehör an. Dann ist der Schaukasten mit wenig Aufwand einzurichten.

Wie soll das Ganze funktionieren?

Die einzelnen Seiten eures Schaukastens sind einzelne php-Seiten, die nach einander aufgerufen werden. Wie lange dabei eine einzelne Seite zu sehen ist, lässt sich einstellen.In unserem Beispiel wird eine Seite 30 Sekunden angezeigt. Hier finden sich ein paar Beispielseiten. Die Seiten 1-5 werden dabei nacheinander angezeigt. Die orange gefärbten Bereiche sind dafür für Inhalte vorgesehen. Hier kann man Text platzieren oder Bilder einfügen.

Damit das Ganze später ohne Einwirkung des Nutzers funktioniert, startet der RaspberryPi, den wir konfigurieren wollen, alles automatisch. Zur Benutzung sind also später nur die folgenden Schritte nötig:

  1. RaspberryPi mit dem Bildschirm per HDMI-Kabel verbinden (FullHD Auflösung).
  2. Bildschirm anschalten und auf die HDMI Quelle umschalten.
  3. RaspberryPi mit dem Strom verbinden und warten.

Erstellen einer Seite

Die einzelnen Seiten, die im Ordner Beispielseiten zu finden sind, können beliebig angepasst werden. Dazu muss eine solche Seite mit einem Texteditor am PC geöffnet werden – dabei nicht erschrecken, es sieht schlimmer aus, als es ist!

Die Struktur einer Seite

Alle Zeilen die in „<!—->“ eingefasst sind, sind sogenannte Kommentare. Sie haben keinen funktionalen Nutzen, sondern erklären, was die darunter befindlichen Zeilen tun. Da gerne einmal durchschauen, was es so gibt, alle wichtigen Anpassungen werden gleich erklärt.

Unter „<!–Definieren, wie bestimmte Elemente gerendert werden–>“ werden einzelne Bereiche angelegt (erkennbar durch den # zu Beginn der Zeile) und festgelegt, wie groß die Bereiche sind und welche Farbe sie haben. So entstehen auf den einzelnen Seiten auch die orangenen Kästchen.

Um ein wenig zu verstehen, die das Ganze funktioniert, bietet es sich an dort mit den Werten etwas herumzuspielen und sich dann mal anzusehen, wie das Ganze aussieht. Dazu die Seite als html-Seite abspeichern (aus Seite1.php wird Seite1.html) und diese entweder per Doppelklick oder über „rechte Maustaste -> öffnen mit“ im Browser öffnen.

WICHTIG: Die Seiten sind für einen hochkant verwendeten FullHD Bildschirm gedacht, also einer Auflösung von 1080×1920. Hat man einen PC mit FullHD Auflösung kann man den etwa um 90 Grad rotieren um das zu simulieren. Sonst kann man zumindest einen kleinen Eindruck vom Design bekommen, in dem man das Browserfenster kleiner zieht.

Ab dem Bereich „<!–Konkreter Inhalt in die oben definierten Bereiche–>“ kann nun der eigentliche Inhalt angepasst werden. Das passiert in HTML. Einen sehr guten Einblick (auf Englisch) gibt hier.

Natürlich können auch einfach selbst Seiten erstellt und/oder bestehende Seite verändert werden. Auf eine Besonderheit ist hier zu achten: Eine der oberen (Meta-)Zeilen sorgt dafür, dass die Seiten automatisch nacheinander erscheinen. Das wird durch
„<meta http-equiv=“refresh“ content=“30; URL=http://pischaukasten/schaukasten/index2.php“>“
erreicht. Die URL ist dabei anzupassen, wenn ihr nicht der technischen Anleitung folgt, sondern eure eigene Homepage verwendet. In diesem Fall muss die URL der Link auf die jeweils nächste Seite sein, die angezeigt wird. Die letzte Seite in dieser Kette verweist wiederum auf die Erste.

Grundeinrichtung des RaspberryPi

Die Nachfolgenden Schritte beschreiben eine komplette Konfiguration des RaspberryPi OHNE die optionalen Materialien. Statt also die Homepage der eigenen Gemeinde zu verwenden werden alle Seiten „lokal“ geladen, der RaspberryPi braucht deshalb auch keine Internetverbindung. Wer die eigene Homepage verwenden möchte, muss wie oben erwähnt die Links in seinen Schaukastenseiten anpassen.

Damit können wir mit der Grundeinrichtung des RaspberryPi beginnen:

  1. Raspian auf den RaspberryPi spielen:
    1. Dazu Raspbian Buster with desktop von https://www.raspberrypi.org/downloads/raspbian/ herunterladen.
    2. Entsprechend SD-Karte formatieren, bspw. mit Raspberry Pi Imager (https://www.raspberrypi.org/downloads/).
  2. Die fertige SD-Karte in den RaspberryPi stecken, Maus und Tastatur sowie einen Bildschirm per HDMI verbinden. Ist der RaspberryPi mit Strom versorgt startet er auf den Desktop.
  3. Grundlegende Einstellungen vornehmen, bspw. ändern des Passworts. Das Standardpasswort des Benutzers Pi ist *raspberry*.
  4. Unter dem allgemeinen Menü unter *Pi Config* den Rechnernamen auf pischaukasten ändern oder alternativ später die Websiten anpassen.
  5. In der *Pi Config* den Zugriff per SSH oder VNC erlauben, sollte das später erwünscht sein (ich selbst habe alles per SSH eingerichtet).

So konfiguriert ist der Pi startklar. Sollten keine automatischen Updates installiert worden sein, dann einmal per:

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade -y

im Terminal ausführen. Alle nachfolgenden Befehle werden im Terminal ausgeführt (lokal, oder durch Zugriff per SSH).

Wie es weiter geht, erfährst du in Teil 2.